Freitag, 28. November 2008
Mittwoch, 27. August 2008
Bless, Ísland!
Island hat eine Silbermedaille im Handball bekommen! Es ist die vierte Olympiamedaille die Island überhaupt bekommt. In den Medien war fast nichts anderes mehr, in der Werbung auch nicht, die Tankstellen haben das Benzin günstiger verkauft und in den Nachrichten haben sie die Public Viewings in allen möglichen Dörfern und die Familien der Spieler gezeigt. Heute werden die Spieler mit einer gigantischen Party in Empfang genommen.
Ele, Kerstin und ich haben noch ein paar ruhige Tage hier auf dem Hof verbracht, sind im Regen in der Lava gewandert, im Regen nachts auf dem Trampolin gesprungen, haben Vollkornbrot gebacken... Es dämmert jetzt schon viel früher und wird auch viel dunkler als bei meiner Ankunft.
Vorgestern sind Ele und Kerstin abgereist und gestern gab es noch mal ein Abenteuer: “Schafabtrieb”, obwohl man das in dieser Gegend mangels Bergen kaum so nennen kann. Um den Hof herum gibt es ein paar abgezäunte Weiden, außerhalb davon erstreckt sich das Land der Familie bis zum Meer, bis zum Fluss Eldvatn und bis zu anderen Höfen. Dort halten sich die Schafe im
Der Rest des Tages bestand dann im Wesentlichen darin, die bunten Farbpunkte zu sortieren. Die meiste Zeit waren wir zu dritt und wir hatten schnell eine Routine. Am Ende des Tages hatte ich mich daran gewöhnt, Lämmer an den Hörnern und am Fell zu packen und irgendwo hin zu schieben oder über die Boxenwand zu heben. Gegen 10 abends waren wir fertig in jeglicher Hinsicht. Und die Schafe waren auch in der Nacht nicht ruhig, wahrscheinlich fing keins damit an, mit dem Blöken aufzuhören. Määäh!
Mittwoch, 20. August 2008
Vier Tage zu Fuß
Der Tag war unglaublich klar und die Farben richtig unwirklich. Am liebsten wollte ich bei jedem Schritt weitere Fotos machen. Aber ich sorgte mich um meine beiden Akkus, die fünf Tage reichen mussten.
Trotz guter Vorsätze kamen wir in den folgenden Tagen immer erst gegen halbelf los. Das hatte den Vorteil, dass wir dann meist doch recht allein waren. Nach ein bis zwei Stunden kamen uns in der Regel die ersten Frühaufsteher aus der anderen Richtung entgegen. Das waren aber nie besonders viele, denn die meisten laufen den Weg in der gleichen Richtung wie wir.
Die Landschaft lässt sich kaum beschreiben. Dampf von heißen Quellen, bunte Berge, Lava, Moos, felsige Berge, Steine in allen Farben, Eis und Schnee, Eishöhlen, steile Auf- und Abstiege, Flussdurchquerungen, eine endlose schwarze Sandwüste, eine grüne bemooste Teletubbielandschaft, atemberaubende Aussichten. Am besten guckt ihr einfach selber die Fotos an, wie immer in meinem Flickr-Album zu finden (Link auf der rechten Seite).
Die Strecken von täglich 12 bis 18 km konnten wir selbst in unserem gemächlichen Tempo mit zahlreichen Fotostops gut bewältigen. Ich war überrascht über den offenbar guten Zustand meiner sämtlichen Körperteile, mir tat nichts weh. Mit dem Wetter hatten wir Glück, wir hatten kaum Wind (das ist in Island am wichtigsten) und auch nur wenig Regen.
Vor der Reise hatten wir uns nicht einigen können, wieviel und welches Essen es ratsam wäre mitzunehmen und hatten deshalb viel zuviel mit. Auf den Hütten machten sorgten wir so immer für Aufmerksamkeit, indem wir zum Beispiel alle zu Pfannkuchen (mit Milch- und Eipulver) einluden.
Die Wanderung war ein unvergessliches Erlebnis! Wir haben auch viel gelernt, zum Beispiel dass Gletscherflüsse morgens am wenigsten Wasser führen, dass man am besten etwas mit der Strömung geht und dass Jeepfurten sich nicht für die Durchquerung zu Fuß eignen, da sie fast immer tief ausgefahren sind. Außerdem ist uns klar geworden, was für große Previlegien wir normalerweise haben: Duschen (3,20 € für 5 Minuten und nicht in jeder Hütte vorhanden), Mülleimer (in jeder 2. Hütte) und Steckdosen (in gar keiner Hütte).Jetzt erholen wir uns auf meinem Lieblingsbauernhof im Süden, mit Gletscherblick.
Sonntag, 10. August 2008
Westfjorde
Aber von Anfang an. Letzten Dienstag sind wir mit der Fähre “Baldur” von Stykkishólmur nach Brjánlslækur übergesetzt, um uns etwas Fjordkurverei zu sparen. Von der Fähre sahen wir auch einige nette kleine Inseln mit verlassenen Fischerdörfern, heute stehen da nur noch Sommerhäuser. Ein paar Kilometer vom Ankunftsort entfernt haben wir einen versteckten Hotpot aufgesucht, ein Geheimtipp. Nach einem zweistündigen Bad mit Meerblick ging es sehr entspannt weiter zum Rauðasandur, einem berühmten Strand mit rötlichem Sand und einer netten schwarzen Kirche. Die Straße dorthin führte über einen Bergpass und war unserer Meinung nach die schlimmste in den ganzen Westfjorden, als es bergab ging haben wir gezittert. Dann ging es weiter zu unserem Hostel in Breiðavík, einer Bucht mit weißem Sand, was in Island sehr selten ist (normal ist schwarzer Kies). Schon der Weg dorthin ging durch weiße Buchten in wunderschönen Fjorden. Von dort aus ging es endlich zu unserer letzten Etappe für diesen Tag, zu dem ersehnten Vogelfelsen Látrabjarg. Dort kann man auf einer Klippe entlanggehen und Papageientaucher beobachten, die in der Felswand ihre Höhle haben. Schon nach ein paar Metern standen wir direkt vor den Vögeln und verpassten völlig, zu einem Aussichtspunkt zu gehen, an dem wir die ganze 14 km Steilküste hätten überblicken können. Haben wir leider erst hinterher erfahren. Jedenfalls haben wir hunderte von Papageientaucher-Fotos in der Abendsonne. Die Herausforderung war, einen im Anflug zu erwischen. Davon haben wir leider kein scharfes Bild, trotz zweistündiger Fotosession.
In den nächsten Tagen haben wir die wunderschönen einsamen Fjorde genossen. Ein Highlight war der 100m hohe Wasserfall Dynjandi, der an einer schrägen Felswand runterläuft. Von unten sieht er gar nicht so hoch aus. Wenn man aber den Berg hochgestiegen ist und fünf kleine Wasserfällen unterhalb passiert hat, steht man plötzlich davor und fühlt sich sehr klein. Auf dem Weg gab es erfreulicherweise viele leckere Blaubeeren.
Vor unserer Abfahrt in Reykjavík und in Stykkishólmur hatten wir nicht mehr in einem günstigen Supermarkt einkaufen können, weil die wegen der Feitertage der Händler geschlossen hatten. Deshalb hatten wir nur wenige Vorräte dabei und waren enttäuscht, dass es in dem Ort Patreksfjörður, der immerhin eine Art Kreisstadt ist, kein Geschäft gab. Laut Karte sollte es im nächsten Dorf Bíldudalur eine Einkaufsmöglichkeit geben (mit einem Einkaufswagen-Symbol gekennzeichnet, hahaha). Diese stellte sich als kleines Café mit Eis-, Hotdog- und Süßigkeitenverkauf heraus. Dieses Dorf war 144 km von der nächsten größeren Stadt (Ísafjörður, 3500 Einwohner) entfernt. Die Fjorde hier sind wirklich sehr einsam, meist nur Schotterstraßen und viele verlassene Höfe. Wir hatten einen tollen Reiseführer dabei, der uns immer darüber informiert, welche Helden oder Mörder aus den alten isländischen Sagas auf diesen Höfen gewohnt haben. Ein besonderes Erlebnis auf dieser Strecke ist der 6 km lange einspurige Tunnel mit T-Kreuzung kurz vor Ísafjörður.
Am zweiten Abend wollten wir in der angeblich einsamen kleinen Bucht Skálavík zelten. Dort gab es laut Karte nur zwei verlassene Höfe. Es stellte sich aber heraus, dass auch andere diese Bucht toll fanden, es gab einige Sommerhäuser und einen Bauern, der eine Wiese mähte. Wir fanden trotzdem einen wunderbaren Platz zum zelten, mit Meerblick und blieben bis zum nächsten Mittag dort.
Der dritte Tag brachte weitere Kurverei durch einsame Fjorde. Trotzdem ist jede Gegend etwas anders und es eröffnen sich immer wieder beeindruckende Aussichten, wenn man über einen Bergrücken kommt. Natürlich hielten wir wenn möglich oft zum fotografieren, meine Bilder konnte ich bis jetzt leider nicht hochladen.
Abends erreichten wir gegen 10 die kleine Halbinsel Reykjanes. Dort gab es eine alte Internatsschule mit Thermalschwimmbecken am Meer. Heute wird dort eine Jugendherberge mit Campingplatz betrieben. Da wir als Campingplatzgäste auch Duschen, Küche und Schwimmbad nutzen durften, entschieden wir uns fürs Zelten. Die Atmosphäre an diesem Ort war etwas geisterhaft, vom Schulgebäude blätterte außen die Farbe und das Schwimmbecken wirkte auch baufällig. Aber es dampfte in der fast-dunklen Nacht und sah irgendwie toll aus neben einer Mini-Tankstelle und dem riesigen Haus. In der Schulküche zu kochen war auch toll, man konnte sich richtig vorstellen, wie dort Kinder gekocht haben.
Das Meer sah morgens noch grau aus, mittags dann aber tiefblau und der Ort wirkte im Sonnenschein völlig anders. Nach einem ausgiebigen Bad setzten wir nachmittags unsere Fjordkurverei fort. Unser Ziel war der östlichste bewohnte Zipfel der Westfjorde. Uns erwareteten 80km Schotterstraße an einer einsamen, steilen, malerischen Küste. Mit der Zeit tauchten einige Wolken auf, die die Bergspitzen nach und nach verhüllten. In der letzten Nacht im Zelt, die Berge waren fast vollständig im Nebel verschwunden, kam mir eine geniale Idee gegen kalte Füße: Ich füllte eine Plastikflasche mit dampfendem heißen Wasser aus der Leitung und benutzte sie als Wärmflasche. In dieser Nacht habe ich so gut wie nie geschlafen! Morgen geht es los zu unserem größten Abenteuer, einer viertägigen Wanderung! Mehr Fotos auf Flickr gibt es erst in einer Woche oder so, hab gerade keine Zeit, sie auszuwählen und zu verkleinern.
Montag, 4. August 2008
Yoga auf dem Trampolin
| Ele und ich sind in Westisland in wunderbarer Landschaft auf einem Hof in der Nähe von Stykkisholmur. Gestern Abend hatten wir viel Spaß auf dem Trampolin hinter dem Haus. Heute sind wir mit den Kindern der Familie im Jeep durch ein tolles Lavafeld gefahren. Dahinter fand sich ein einsames grünes Tal in dem so einige Isländer am Rande der Lava campten. In der Gegend halten sich jetzt im Sommer die Schafe des Hofes auf und werden im Herbst zurückgetrieben. Anschließend sind wir noch auf den Helgafell gegangen, einen Hügel, dem seit der Landnahme magische Kräfte zugeschrieben werden. Man soll schweigend raufsteigen und nach Norden blickend drei Wünsche äußern. Beim Abstieg haben wir Blaubeeren gefunden, lecker! Unsere nächste Station war die “Wasserbibliothek” einer amerikanischen Künstlerin. In einem Gebäude mit Seeblick in Stykkisholumur hat sie in Glassäulen Wasser von 24 isländischen Gletschern in Island gesammelt. Auf dem Boden stehen eine Menge Adjektive auf isländisch und englisch. Den Sinn haben wir nicht verstanden, aber vielleicht muss man das auch nicht.Als letztes sind wir auf den Leuchtturmhügel gestiegen und haben eine Fotosession gemacht. Ein toller Tag! Leider erkennt der PC hier meine Festplatte nicht, deshalb kann auf Flickr keine neuen Fotos hochladen. Morgen früh geht es weiter in die Westfjorde, mit der Fähre Baldur. |
Freitag, 1. August 2008
Erholung
Die vergangene Woche in Hella war sehr schön und geruhsam. Jeden Tag ein kleiner Ausflug oder Ausritt, gute Bücher und nette Menschen... An Heklas Pferd Dynjandi musste ich mich allerdings erst gewöhnen. Er tut immer so als wäre er furchtbar schreckhaft. Sein Kumpel Hrappur, der von Hekla geritten wurde ist ärgerlicherweise tatsächlich schreckhaft und spielt gerne verrückt. Das führte dazu, dass ich ständig befürchtete, unfreiwillig nähere Bekanntschaft mit dem Straßenbelag zu machen, als wir das Dorf durchquerten und Hekla deshalb die Ohren volljammerte. Dienstag, 29. Juli 2008
Neue Fotos
Montag, 28. Juli 2008
Süden
Nach Vík ist der grüne Streifen zwischen dem Meer und den Bergen eine Weile recht schmal, erst beim Seljalandsfoss öffnet sich die große Ebene im Süden, die relativ dicht besiedelt ist. Hier sieht man den Vulkan Hekla und eine Menge Berge, die ich nicht kenne. Und nach einer weiteren Stunde Fahrzeit habe ich mein Ziel erreicht, das Dorf Hella.
Freitag, 25. Juli 2008
Kleinur
Heute war Backtag. Nach unserem Mittagsausritt fingen wir an, Kleinur zu backen. Das sind solche frittierten Teigkringel, die man hier zum Kaffee isst. Und da dauernd Besuch kommt, sollte man ein paar Tüten davon in der Gefriertruhe haben. Kristín erkannte schnell mein Talent, die Kleinur langsam ins heiße Öl gleiten zu lassen und sie im richtigen Moment umzudrehen und herauszuholen. Währenddessen bereiteten sie noch einen Blechkuchen und jeweils zwei Bleche Zimtschnecken mit Rosinen und mit Schokolade vor. Es waren mindestens sechs Bleche Kleinur und jetzt fühle ich mich auch frittiert. Aber lecker! :-)Im Stall sagte Aggi, der hier über den Sommer arbeitet, dass er Waffeln zum Kaffee haben wollte. Ich machte Apfel-Waffeln, die auch ohne jegliches Rezept gut gelangen. Kristín hatte inzwischen festegestellt, dass Lárus gerade seine letzte Windel trug und da bestand natürlich dringender Handlungsbedarf. Wir beschlossen, den Einkauf mit einem Schwimmbadbesuch zu verbinden und so machten Aggi, Ingibjörg, Lárus, Svanhildur und ich uns auf dem Weg ins 25 km entfernte Kirkjubæjarklaustur. Dort wollten wir zuerst bei Kristíns Schwester Fanney eine Windel ausleihen und dann Schwimmen gehen. Allerdings hatte Fanneys Kindermädchen Valgerður gerade einen großen Schokoladenkuchen gebacken, den mussten wir natürlich probieren. Nach dieser Völlerei – Eis, Waffeln und Kuchen – war das Schwimmbad genau das richtige. In Island werden Freibäder durch die Erdwärme beheizt, und die Leute gehen auch bei Temperaturen schwimmen, bei denen das bei uns keiner tun würde. Lárus amüsierte sich köstlich und ich versuchte ein paar Bahnen zu schwimmen (leider habe ich vergessen zu zählen), während Valgerður Aggi über die Jugendszene und die aktuellen Liebesgeschichten des Ortes informierte. Auf dem Rückweg kauften wir noch einen Berg Windeln und Zutaten für die Kuchen der nächsten Tage. Als wir müde und zufrieden ankamen, brauchte ich kein Abendessen mehr, anscheinend war ich nicht genug geschwommen.
Mittwoch, 23. Juli 2008
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http://www.flickr.com/photos/27985660@N03/sets/72157606329490060/
Sonntag, 20. Juli 2008
Ísland
Eine sehr nette deutsche Familie, in einem 30 Jahre alten VW-Bus unterwegs und irgendwie verwandt mit Freunden in Südisland, hat mich auf der Fähre eingeladen, zwei Tage mit ihnen im Osten zu verbringen und Papageientaucher zu beobachten. Zunächst fuhren wir in den Borgafjörður und sahen tatsächlich Papageientaucher, die leider auf Island immer seltener werden. Auf dem Campingplatz spielten die Kinder stundenlang auf einem Erdhaufen und erzählten von Trollen, Elfen und Wikingern als sie zurück kamen.
Am nächsten Tag regnete es und das Tal lag im Nebel. Wir fuhren deshalb nachmittags weiter in Richtung Süden und fanden abends eine wunderbare Stelle zum Campen. Der nächste Morgen brachte strahlenden Sonnenschein, so dass wir auf der weichen Mooswiese zwischen Felsbrocken ewig frühstückten, die Kinder sammelten massenhaft glitzernde Steine an einem Schotterhang. Auf der weiteren Fahrt hielten wir noch an der Geltscherlagune (Jökulsárlón). Abends erreichten wir schließlich den Hof, der mein erstes Ziel war: Syðri-Fljótar im Meðalland, bei Kirkjubæjarklaustur. Der fantastische Gletscherblick auf den Mýrdalsjökull macht mich immer ganz ruhig. Jetzt geh ich raus zum reiten!