Freitag, 25. Juli 2008

Gestern war ein toller Tag. Das fing schon morgens an, als ich aufgestanden bin, da waren Svanhildur (8) und das 13-jährige Kindermädchen Ingibjörg dabei, Eis zu machen, als Nachtisch fürs Mittagessen. Nach dem Essen war dann für uns, Svanhildur, Ingibjörg und mich, der perfekte Zeitpunkt zum Ausreiten, weil die Eltern Mittagspause machten und bei Lárus blieben. Svanhildur ritt ihr eigenes Pferd Freydís, eine Stute, die gleich alt ist wie sie und die ihre Eltern nach ihrer Geburt für sie ausgesucht haben. Ingibjörg nahm Stígandi, einen netten Wallach und ich bekam Ingibjörgs alte Stute Harpa, die ich schon von meinem ersten Besuch vor 7 Jahren kenne. Wir entschieden uns für eine Runde, bei der ein Bach mehrmals zu durchqueren ist. Das erste mal ging gut, es war eine breite, flache Stelle und alle Pferde gingen brav durch. Als wir dann so über die buckelige Wiese galoppierten, fing es an zu regnen. Wir wollten uns auf den Rückweg machen und dazu den Bach an einer anderen Stelle überqueren. In diesem Bereich war der Bach schmaler und tiefer und das Ufer überall recht steil. Wir fanden eine etwas flachere Stelle, saßen ab und konnten Harpa und Stígandi überzeugen, durchs Wasser zu gehen. Freydís dachte aber gar nicht daran, ihenen zu folgen. Das steile Ufer erschien ihr offenbar äußerst gefährlich. Svanhildur wartete mit den beiden anderen Pferden, während Ingibjörg und ich alles versuchten: Locken mit Gras, treiben mit der Gerte, schmale Stellen, breite Stellen, die anderen Pferder erneut durch den Bach gehen lassen. Zum Glück hatte der Regen wieder aufgehört. Nach über einer halben Stunde hatten alle außer Freydís nasse Füße und wir gaben entnervt auf und kehrten um. Dort wo der Bach flach war, gab es keine Probleme, Freydís ging sogar als erste. Als wir auf dem Hof ankamen, fragte Kristín uns, ob wir bis nach Deutschland geritten wären, weil wir so lange unterwegs waren. Sie war etwas unzufrieden damit, wie aufgedreht Freyís war und wie sie beim Anhalten den Kopf warf.
Im Stall sagte Aggi, der hier über den Sommer arbeitet, dass er Waffeln zum Kaffee haben wollte. Ich machte Apfel-Waffeln, die auch ohne jegliches Rezept gut gelangen. Kristín hatte inzwischen festegestellt, dass Lárus gerade seine letzte Windel trug und da bestand natürlich dringender Handlungsbedarf. Wir beschlossen, den Einkauf mit einem Schwimmbadbesuch zu verbinden und so machten Aggi, Ingibjörg, Lárus, Svanhildur und ich uns auf dem Weg ins 25 km entfernte Kirkjubæjarklaustur. Dort wollten wir zuerst bei Kristíns Schwester Fanney eine Windel ausleihen und dann Schwimmen gehen. Allerdings hatte Fanneys Kindermädchen Valgerður gerade einen großen Schokoladenkuchen gebacken, den mussten wir natürlich probieren. Nach dieser Völlerei – Eis, Waffeln und Kuchen – war das Schwimmbad genau das richtige. In Island werden Freibäder durch die Erdwärme beheizt, und die Leute gehen auch bei Temperaturen schwimmen, bei denen das bei uns keiner tun würde. Lárus amüsierte sich köstlich und ich versuchte ein paar Bahnen zu schwimmen (leider habe ich vergessen zu zählen), während Valgerður Aggi über die Jugendszene und die aktuellen Liebesgeschichten des Ortes informierte. Auf dem Rückweg kauften wir noch einen Berg Windeln und Zutaten für die Kuchen der nächsten Tage. Als wir müde und zufrieden ankamen, brauchte ich kein Abendessen mehr, anscheinend war ich nicht genug geschwommen.

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