Dienstag, 29. Juli 2008

Neue Fotos

In der rechten Spalte findet ihr jetzt einen Link zu meinen Fotos, es sind ein paar neue dazu gekommen.

Montag, 28. Juli 2008

Süden

Vorgestern habe ich meine Reise nach Südwesten fortgesetzt, nun das erste Mal mit dem Bus. Ich mag diese Strecke sehr, so dass ich mir erst gar nicht vorgenommen habe, etwas zu lesen. Zunächst geht des durch die Lavafelder der Laki-Spalte. Ein Teil der Lava ist sehr alt, eine Teletubbie-Landschaft aus glatten kleinen grünen Hügeln und Pseudkratern. Letztere sind entstanden, als die Lava übers Moor floss und sich darunter Gas sammelte, welches explodierte. Diese Hügel bedecken aber nur noch eine kleine Fläche, weit mehr wurde 1783 durch neue Lava der Laki-Spalte bedeckt. Das war ein riesiger Ausbruch, der Asche über die ganze Welt verteilte. Mein isländischer Geschichtslehrer behauptete sogar, dieser Ausbruch hätte die französische Revolution verursacht, da er Missernten in Europa zur Folge hatte. Für die, die es noch nicht wussten: Island ist der Nabel der Welt. Die Lava, die sich fast bis Vík erstreckt wechselt ihr Aussehen mehrfach. Einige Stellen sind feuchter, da wächst grünes mooriges Gras zwischen den Hügeln. An anderen ist sie mit dickem graugrünem Moos und bunen Blumen bedeckt. Wo etwas Gras wächst, sieht man auch das ein oder andere Schaf, meist sind die zu dritt unterwegs, ein Mutterschaf mit zwei Lämmern. Es gibt aber auch Stellen, wo sie noch ziemlich rauh ist, schwarz, seltsam geformt und nur mit wenig Moos bewachsen. Das erinnert dann daran, dass in Island Lava, die aussieht wie ein Mensch als Troll gilt, der Sonnenlicht abgekriegt hat und deshalb erstarrt ist. Der letzte Abschnitt vor Vík ist eine weite Sandfläche. Hier ist 1996 nach einem Vulkanausbruch unter dem Vatnajökull, dem größten Gletscher Europas ein lawninenartiger Geltscherfluss langgefegt. Teile der Brücke, die es damals weggerissen hat, stehen als Denkmal am Straßenrand. In Vík hält der Bus dann eine dreiviertel Stunde. Das gibt Gelegenheit, einen der nettesten Souvenirläden des Landes zu besuchen, in dem vor allem Wollwaren verkauft werden. Außderdem reicht die Zeit für einen Spaziergang in Richtung des beliebtesten isländischen Strandes, schwarz, an der Südspitze des Landes, mit schwarzen Felsen im Wasser vor der Küste. Ein Stück weiter sind vor einer Woche zwei Deutsche fast ertrunken und vor einem Jahr kam eine Touristin ums Leben. Die Isländer haben großen Respekt vor ihrer Natur und sind sehr vorsichtig. Ausländer verschätzen sich da leicht, was die Straßen, das Wetter oder eben die mächtigen Wellen, die plötzlich auf den Strand treffen, betrifft.
Nach Vík ist der grüne Streifen zwischen dem Meer und den Bergen eine Weile recht schmal, erst beim Seljalandsfoss öffnet sich die große Ebene im Süden, die relativ dicht besiedelt ist. Hier sieht man den Vulkan Hekla und eine Menge Berge, die ich nicht kenne. Und nach einer weiteren Stunde Fahrzeit habe ich mein Ziel erreicht, das Dorf Hella.

Freitag, 25. Juli 2008

Kleinur

Heute war Backtag. Nach unserem Mittagsausritt fingen wir an, Kleinur zu backen. Das sind solche frittierten Teigkringel, die man hier zum Kaffee isst. Und da dauernd Besuch kommt, sollte man ein paar Tüten davon in der Gefriertruhe haben. Kristín erkannte schnell mein Talent, die Kleinur langsam ins heiße Öl gleiten zu lassen und sie im richtigen Moment umzudrehen und herauszuholen. Währenddessen bereiteten sie noch einen Blechkuchen und jeweils zwei Bleche Zimtschnecken mit Rosinen und mit Schokolade vor. Es waren mindestens sechs Bleche Kleinur und jetzt fühle ich mich auch frittiert. Aber lecker! :-)
Gestern war ein toller Tag. Das fing schon morgens an, als ich aufgestanden bin, da waren Svanhildur (8) und das 13-jährige Kindermädchen Ingibjörg dabei, Eis zu machen, als Nachtisch fürs Mittagessen. Nach dem Essen war dann für uns, Svanhildur, Ingibjörg und mich, der perfekte Zeitpunkt zum Ausreiten, weil die Eltern Mittagspause machten und bei Lárus blieben. Svanhildur ritt ihr eigenes Pferd Freydís, eine Stute, die gleich alt ist wie sie und die ihre Eltern nach ihrer Geburt für sie ausgesucht haben. Ingibjörg nahm Stígandi, einen netten Wallach und ich bekam Ingibjörgs alte Stute Harpa, die ich schon von meinem ersten Besuch vor 7 Jahren kenne. Wir entschieden uns für eine Runde, bei der ein Bach mehrmals zu durchqueren ist. Das erste mal ging gut, es war eine breite, flache Stelle und alle Pferde gingen brav durch. Als wir dann so über die buckelige Wiese galoppierten, fing es an zu regnen. Wir wollten uns auf den Rückweg machen und dazu den Bach an einer anderen Stelle überqueren. In diesem Bereich war der Bach schmaler und tiefer und das Ufer überall recht steil. Wir fanden eine etwas flachere Stelle, saßen ab und konnten Harpa und Stígandi überzeugen, durchs Wasser zu gehen. Freydís dachte aber gar nicht daran, ihenen zu folgen. Das steile Ufer erschien ihr offenbar äußerst gefährlich. Svanhildur wartete mit den beiden anderen Pferden, während Ingibjörg und ich alles versuchten: Locken mit Gras, treiben mit der Gerte, schmale Stellen, breite Stellen, die anderen Pferder erneut durch den Bach gehen lassen. Zum Glück hatte der Regen wieder aufgehört. Nach über einer halben Stunde hatten alle außer Freydís nasse Füße und wir gaben entnervt auf und kehrten um. Dort wo der Bach flach war, gab es keine Probleme, Freydís ging sogar als erste. Als wir auf dem Hof ankamen, fragte Kristín uns, ob wir bis nach Deutschland geritten wären, weil wir so lange unterwegs waren. Sie war etwas unzufrieden damit, wie aufgedreht Freyís war und wie sie beim Anhalten den Kopf warf.
Im Stall sagte Aggi, der hier über den Sommer arbeitet, dass er Waffeln zum Kaffee haben wollte. Ich machte Apfel-Waffeln, die auch ohne jegliches Rezept gut gelangen. Kristín hatte inzwischen festegestellt, dass Lárus gerade seine letzte Windel trug und da bestand natürlich dringender Handlungsbedarf. Wir beschlossen, den Einkauf mit einem Schwimmbadbesuch zu verbinden und so machten Aggi, Ingibjörg, Lárus, Svanhildur und ich uns auf dem Weg ins 25 km entfernte Kirkjubæjarklaustur. Dort wollten wir zuerst bei Kristíns Schwester Fanney eine Windel ausleihen und dann Schwimmen gehen. Allerdings hatte Fanneys Kindermädchen Valgerður gerade einen großen Schokoladenkuchen gebacken, den mussten wir natürlich probieren. Nach dieser Völlerei – Eis, Waffeln und Kuchen – war das Schwimmbad genau das richtige. In Island werden Freibäder durch die Erdwärme beheizt, und die Leute gehen auch bei Temperaturen schwimmen, bei denen das bei uns keiner tun würde. Lárus amüsierte sich köstlich und ich versuchte ein paar Bahnen zu schwimmen (leider habe ich vergessen zu zählen), während Valgerður Aggi über die Jugendszene und die aktuellen Liebesgeschichten des Ortes informierte. Auf dem Rückweg kauften wir noch einen Berg Windeln und Zutaten für die Kuchen der nächsten Tage. Als wir müde und zufrieden ankamen, brauchte ich kein Abendessen mehr, anscheinend war ich nicht genug geschwommen.

Donnerstag, 24. Juli 2008


Ich schreibe später weiter, der kleine Lárus ist aufgewacht...

Mittwoch, 23. Juli 2008

...

Hæ, in meinem Kopf ist alles voll mit Isländisch. Mit dem Fotos hochladen klappt es leider gerade nicht. Hier sind aber noch ein paar:
http://www.flickr.com/photos/27985660@N03/sets/72157606329490060/

Sonntag, 20. Juli 2008

Ísland



Island begrüßte uns untypisch: mit strahlendem Sonnenschein.

Eine sehr nette deutsche Familie, in einem 30 Jahre alten VW-Bus unterwegs und irgendwie verwandt mit Freunden in Südisland, hat mich auf der Fähre eingeladen, zwei Tage mit ihnen im Osten zu verbringen und Papageientaucher zu beobachten. Zunächst fuhren wir in den Borgafjörður und sahen tatsächlich Papageientaucher, die leider auf Island immer seltener werden. Auf dem Campingplatz spielten die Kinder stundenlang auf einem Erdhaufen und erzählten von Trollen, Elfen und Wikingern als sie zurück kamen.

Am nächsten Tag regnete es und das Tal lag im Nebel. Wir fuhren deshalb nachmittags weiter in Richtung Süden und fanden abends eine wunderbare Stelle zum Campen. Der nächste Morgen brachte strahlenden Sonnenschein, so dass wir auf der weichen Mooswiese zwischen Felsbrocken ewig frühstückten, die Kinder sammelten massenhaft glitzernde Steine an einem Schotterhang. Auf der weiteren Fahrt hielten wir noch an der Geltscherlagune (Jökulsárlón). Abends erreichten wir schließlich den Hof, der mein erstes Ziel war: Syðri-Fljótar im Meðalland, bei Kirkjubæjarklaustur. Der fantastische Gletscherblick auf den Mýrdalsjökull macht mich immer ganz ruhig. Jetzt geh ich raus zum reiten!

Dienstag, 15. Juli 2008

Føroyar

Am 14.07.08 nach zwei Tagen und einer Nacht auf See mit der Norröna auf den Färöer Inseln angekommen. Fischkutter, Sprühregen, Wind, eine entzückende Sprache: Aussprache vollkommen unverständlich, Schrift aber leicht zu verstehen, wenn man Isländisch kann. Busplan noch unverständlicher als die Sprache, die Haltestllen haben keine Namen und stehen auch nicht alle im Plan, zur Jugendherberge fährt kein Bus. Am zweiten Tag plötzlich Sonnenschein und ein völlig anderes Land mit unwirklich leuchtenden Farben.